Horstmar/Leer - Die Nachbarschaftshilfe in Horstmar und Leer funktioniert, kann der Bürgermeister der von Tief "Catharina" verursachten Regenflut und ihrer kostspieligen Folgen im Nachhinein wenigstens einen positiven Aspekt abgewinnen. Robert Wenking und seine Frau Julia Becks mussten in der Nacht zu Freitag selbst gegen die hereinbrechenden Wassermassen ankämpfen, die den Keller ihres Hauses an der Eggeroder Straße überfluteten. Bis zu 1,50 Meter stand das Wasser, dem drei Fitnessgeräte, eine Waschmaschine und anderes Mobiliar zum Opfer fielen.
Ich denke jetzt darüber nach, eine Elementarversicherung abzuschließen, die ich bisher leider nicht hatte, bedauert der Verwaltungschef, der sich mit dieser Überlegung vermutlich in guter und großer Gesellschaft befindet.
Dass die Katastrophe für die Stadt trotz der Lage am Schöppinger Berg insgesamt noch so relativ glimpflich abging, sei dem unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr und allen anderen Helfern, von denen sehr viele von außen kamen, sowie ihrem guten Zusammenspiel zu verdanken, zeigt sich der Bürgermeister dankbar für die breite Unterstützung. Besonders Stadtbrandinspektor Willi Homann und sein Vorgänger Heinz-Josef Terkuhlen und ihre Truppe hätten professionelle Arbeit geleistet, bescheinigt der Bürgermeister den Kameraden eine erfolgreiche Leistung, die mit großen Kraftanstrengungen und einem erheblichen Zeitaufwand verbunden waren. Das kann Löschzugführer Jürgen Stobinski bestätigten. Für ihn und seine Wehrkollegen gab es auch am Samstag noch alle Hände voll zu tun. So wurden zirka 30 Kameraden nach Ochtrup abberufen, um dort auszuhelfen. Zudem gab es noch Keller auszupumpen.
Einen großen Einsatz gab es zusätzlich in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Weil der Oberbrandinspektor dort Hausmeister ist, machte er in den Schulräumen am frühen Freitagmorgen einen Kontrollgang. Bei dem musste er zu seinem Schrecken feststellen, dass die Aula und die Klassenräume im Erdgeschoss sowie der Keller unter Wasser standen. Zudem tropfte es von der Decke, schildert Stobinski die dramatischen Zustände. Das Wasser sei durch die Lichtschächte ins Gebäude gedrückt worden.
Die Wehren aus Dülmen, Osterwick und Darfeld haben uns geholfen, zeigt sich der Hausmeister dankbar für die Unterstützung aus den Nachbargemeinden. Ohne die hätte man keine Chance gehabt, der ungeheuerlich großen Wassermassen Herr zu werden.
"Sehr hoch", schätzt der Löschzugführer den dabei entstandenen Schaden ein, der vermutlich erst in Wochen genau ermittelt werden kann. Zum Glück war die Schule am gestrigen Montag so weit wiederhergestellt, dass der Unterricht im Lernzentrum nach über sechs Wochen Ferien pünktlich beginnen konnte.
Die Wassermassen seien eindeutig anstrengender als das Schneechaos gewesen und hätten höhere Schäden verursacht, lautet die abschließende Bilanz des Löschzugführers.